Krippenarbeit

Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.

Maria Montesori

 

Unser Hauptaugenmerk legen wir auf die Schlüsselqualifikationen in der Krippe und auf die Freispielzeit.

 

 

Doch was zählt zu den Schlüsselqualifikationen in der Kinderkrippe und warum sind diese so wichtig ?

Zu den Schlüsselqualifikationen in der Krippe zählen die Essensituationen, die Schlafensituation und die Pflegesituation. Dies sind die Grundbedürfnisse jeden Kindes und deshalb so wichtig für uns in der Krippe. Hier kann jedes Kind entscheiden was es gerade im Moment braucht, wann es dies braucht und wer ihm dabei helfen oder es begleiten darf. Hierbei kommt das Kind mit der Partizipation in Berührung, denn es erfährt ich werde von der pädagogischen Fachkraft gehört, ernst und wahr genommen, sie erkennt meine Bedürfnisse und handelt nach diesen. Das Kind sammelt erste wichtige Erfahrungen für die Partizipation und stärkt sein Selbstvertrauen.

 

Die Schlüsselqualifikationen umfassen viele Lernbereiche gleichzeitig, deshalb sind diese drei Schlüsselqualifikationen so wichtig. Einige Lernbereiche die einfließen sind die Motorik, Konzentration, Sozialverhalten, Selbstkompetenz, lebenspraktische Kompetenzen, Emotionalität, Sprache, Wahrnehmung und noch vieles mehr.

 

 

Im Folgenden werden die drei Schlüsselqualifikationen für Sie erklärt:

 

Essensituation

Hier dürfen die Kinder beim Frühstück selbst entscheiden, wann sie Hunger haben. Bei den jüngeren Kindern achten wir auf nonverbale Zeichen. Möchte das Kind am Vormittag zweimal essen, ist dies auch in Ordnung und es darf gerne noch einmal Brotzeiten machen. Beim Mittagessen dürfen sie entscheiden was und wie viel sie essen möchten.

Während den Essensituationen, erleben die Kinder die unterschiedlichen Geschmäcker der einzelnen Zutaten, diese werden vom pädagogischen Personal benannt.

Beispiel: Ein Kind beißt in ein Stück Apfel und verzieht dabei seine Mimik. Die pädagogische Fachkraft reagiert darauf und sagt:" Oh dein Apfel ist sauer"

Oder: Das Kind beißt in den Apfel und zieht den Fruchtsaft heraus. Die pädagogische Fachkraft verbalisiert dies und sagt zum Kind: "Dein Apfel ist aber sehr saftig."

Solche und ähnliche Situationen bieten sich während den Essensituationen und das Kind sammelt so unterschiedliche Eindrücke die vom pädagogischen Personal verbalisiert werden. Sind die Kinder älter und haben schon einige Erfahrungen gesammelt, verbalisieren sie dies von alleine. Außerdem finden während den Essenssituationen viele Gespräche zwischen den Kindern und dem pädagogischen Personal statt.

 

 

Pflegesituationen

Bei den Pflegesituationen werden die Kinder aktiv mit einbezogen. So darf das Kind je nach Entwicklungsstand beim Wickeln seine Feuchttücher und die Windeln selbst aus seinem Fach holen und auf den Wickeltisch legen. Danach darf es über die Treppe nach oben auf den Wickeltisch gehen. Gerne darf es beim Wickelprozess aktiv mithelfen. Indem es seine Hose auszieht, den Body oder die Windel aufmacht evtl. den Popo mit dem Feuchttuch abwischt. Der ganze Wickelprozess wird von der pädagogischen Fachkraft sprachlich begleitet. Bei den älteren Kindern finden Gespräche statt und bei den Jüngeren wird erzählt was die pädagogische Fachkraft macht.

Zum Beispiel: " Ich lege dich jetzt vorsichtig auf den Wickeltisch um dich zu wickeln. Als erstes muss ich deine Hose ausziehen, damit ich dir dann die Windel wechseln kann. Jetzt mache ich die Windel auf. Hörst du das Geräusch des Verschlusses. usw." So oder so ähnlich findet der Austausch mit dem Kind statt.

 

In allen Pflegesituationen wie wickeln, Gesicht und Hände säubern, Nase putzen oder bei Verletzungen, achten wir darauf Blickkontakt mit dem Kind zu haben und dass wir auf Augenhöhe mit dem Kind sind. Des weiteren werden diese Situationen für die Kinder sprachlich begleitet damit das Kind weiß, was wir machen und welcher Schritt als nächstes folgt, somit erschrecken oder verängstigen wir das Kind nicht.

Möchte ein Kind in den Pflegesituationen eine andere pädagogische Fachkraft haben, welche es unterstützen oder helfen soll, wird dies von uns berücksichtigt und die gewünschte Fachkraft kümmert sich um das Kind.

 

 

Schlafenssituation

Jedes Kind entscheidet wann es müde ist und wie lange es schlafen möchte. Das heißt für uns, wir halten keine Kinder wach, sondern erkennen sein Bedürfnis und legen es schlafen, wenn es müde ist. Auch außerhalb der regulären Schlafenszeit. Zudem wird kein Kind von uns geweckt, wenn die Schlafenszeit zu Ende ist, sondern das Kind kann von alleine entscheiden, wann es ausgeschlafen hat und aufstehen möchte. Hierbei bleiben wir natürlich stets auch im Austauschmit den Eltern.

Für Kinder die Vormittags Ruhe oder Schlaf benötigen bieten wir einen "Kuschelkorb" an, indem sie sich ausruhen. Dieser befindet sich in einer ruhigen Ecke.

 

 

 

Ein weiteres Hauptaugenmerk bei uns in der Krippe ist die Freispielzeit. Das Kind kann sich besonders gut in dieser Freispielzeit entwickeln und lernt auf seine eigene Impulse zu vertrauen.

Im Freispiel können die Kinder frei entscheiden, was, mit wem und wie lange sie spielen möchten. Hier kann sich das Kind frei nach all seinen Möglichkeiten entfalten. Des weiteren erkundet, erforscht und entdeckt es seine Umwelt spielerisch und in seinem eigenen Tempo. Beim Erforschen der Umwelt geben wir als pädagogisches Fachpersonal nichts vor oder greifen ein, sondern lassen dem Kind selbst seine Erfahrungen machen um somit die Welt zu verstehen. Denn meist haben die Kinder eine andere Herangehensweise oder einen anderen Blick auf die Welt wie wir Erwachsene. Auch wir von der Krippe sind jedes Mal erstaunt, wie unterschiedlich die Kinder ihre Welt entdecken und ja auch wir können etwas von ihnen lernen. In diesem Moment sind wir als pädagogisches Personal die stillen Begleiter und Beobachter, wir bieten dem Kind eine wechselnde Auswahl an Forschermaterial (Spielmaterial) an, welche gerade für die Kindergruppe interessant sind.

 

Da die Kinder in dieser Freispielzeit auf so viele unterschiedliche Weisen gefordert und gefördert werden und die Kinder diesen Ablauf und das Tempo selbst entscheiden dürfen (Partizipation), ist uns dies in der Krippe besonders wichtig. Wir geben den Kindern dafür die Möglichkeiten und den Raum und begleiten sie bei ihrem ganz individuellen Entwicklungsprozess.

 

Kreativtage

 

"Die ganze Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig,

dass jemand sie findet"

Pippi Langstrumpf

 

Unsere Kreativtage finden einmal im Monat statt.

Es dürfen immer zwei Kinder in unsere Kreativecke, dabei werden sie immer von einer pädagogischen Fachkraft begleitet. Die pädagogische Fachkraft verhält sich ruhig und gibt nur Hilfestellungen, wenn diese vom Kind gewünscht wird. Ansonsten beobachtet sie das Geschehen.

Bevor die Kinder in die Kreativecke gehen, werden sie gefragt ob sie mitmachen möchten, sagt ein Kind "Nein" akzeptieren wir dies und das Kind wird zu nichts gezwungen.

 

In der Kreativecke werden den Kindern verschiedene Materialien zur Verfügung gestellt, die sie ausprobieren dürfen. Es steht den Kindern eine Staffelei zur Verfügung an der sie malen dürfen. Hier können sie verschiedene Malwerkzeuge ausprobieren wie zum Beispiel Pinsel, Schwämme, Rollen, Hände, Bürsten, Kämme, Kiefernzapfen, Stöcke und noch vieles mehr, der Kreativität der Kinder sind keine Grenzen gesetzt.

Zum Malen werden den Kindern Fingerfarben, Wasserfarben oder selbstgemachte Farben zur Verfügung gestellt. Dabei dürfen die Kinder die Farben nach Lust und Laune vermischen und mit ihnen experimentieren. Hier entdeckt das Kind welche neuen Farben durch das mischen entstehen und das sie Spuren hinterlassen, wenn sie auf ihr Gemälde malen. Außerdem stellen die Kinder fest, dass jede Farbe eine andere Beschaffenheit hat.

Weitere Materialien zum Kreativen austoben werden den Kindern in der Kreativecke angeboten. Diese Materialien sind Ton, Kleister, Pappe, Zeitung, Papprollen, Papierschnipsel, Naturmaterialien und noch vieles mehr. Hier erfahren die Kinder die unterschiedlichen Beschaffenheiten der Materialien und die unterschiedlichen kreativen Verarbeitungsmöglichkeiten.

 

Die Ergebnisse der Kreativtage werden für unsere Eltern gut sichtbar im Flur ausgestellt und dokumentiert. Beim gemeinsamen Betrachten der Kunstwerke können Eltern und Kind in den Austausch gehen.

 

 

Was erfahren die Kinder bei den Kreativtagen?

  • Die Kinder erkennen, begreifen und spüren die unterschiedliche Beschaffenheit der Materialien.
  • Sie erkennen, dass auch sie Spuren hinterlassen, durch das Auftragen der Farbe
  • Die Kinder erkennen, dass ihr Kreativer Weg richtig ist, da ihnen nichts vorgegeben wird und sie sich frei entfalten können
  • Die Kinder bekommen ein Gespür für Farben, durch das eigenständige mischen der Farben
  • Die Kinder haben Spaß am kreativen Prozess

 

WICHTIG ist uns, dass bei den Kreativtagen nicht das Endergebnis im Vordergrund steht, sondern das kreative Tun und der damit verbundene Lernprozess. Denn hierbei sammeln die Kinder viele wichtige Erfahrungen.

 

Wir sind für Sie da

Dompfarrkita St. Michael

Franziskanergasse 4

96049 Bamberg

 

Telefon: 0951 56006

E-Mail:

st-michael.bamberg

@kita.erzbistum-bamberg.de

 

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